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Tick, Trick und Track spielen Revolution im Geldspeicher – oder: Entenhausen, wir weben dein Leichentuch

May 14, 2012

Was war denn das? In völliger Selbstüberschätzung der eigenen Kräfte wurde von Seiten der Demo-Leitung einem pseudo-revolutionären Gewalt-Fetisch gefrönt, und irgendwelche pseudo-revolutionären Bürger-Kinder haben dann auch brav revolutionäres Proletariat gespielt und fleißig Scheiben eingeworfen. Daß es dafür von der Polizei auf die Fresse geben würde, hätte man eigentlich vorher wissen müssen. Die Message jedenfalls, die dabei rüberkam, war folgende: “Wer die BRD angreift, begeht Selbstmord.” (Dieses Zitat ist wohl von Georg Leber.) Um mal im Militär-Jargonzu bleiben: Manchmal ist es vielleicht doch besser, in Deckung zu bleiben? Manchmal ist es vielleicht doch besser, seine Tarnung nicht aufzugeben, um auf einen besseren Moment zum Zuschlagen zu warten? Was mache ich, wenn der Gegner zu mir sagt: “Spring in mein offenes Messer, sonst bist du eine Memme!”? Auch falls eine gewisse Gewalt zur Umsetzung der sozialen Revolution tatsächlich nötig sein sollte (Friedrich Engels: “Eine Revolution ist gewiß das autoritärste Ding, das es gibt.”), läßt sich diese Gewalt nicht herbeireden, sondern kommt sie, wenn es so weit ist, von ganz alleine. Und auch wenn das böse Büro-Gebäude es vielleicht tatsächlich verdient hat, entglast zu werden, wäre es vielleicht doch kreativer gewesen, in der Innenstadt gegen Konsumwahn und Warenfetischismus zu sprechen, als die ganze Zeit auf dicke Hose zu machen, um dann im Ernstfall aber einfach nur heftig einstecken zu müssen? Na ja. Was sollte aber eigentlich die ganze Zeit das Gefasel vom Lautsprecherwagen, daß die Demo sich ein Polzei-Spalier nicht gefallen lassen würde und daß die Demo im Falle eines Polzei-Spaliers aufgelöst werden würde, und danach könne niemand mehr für irgend etwas garantieren? Als dann die Polizei Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte Leute eingekesselt hatte, stand der ganze Rest der Demo vielleicht noch eine Stunde oder länger daneben, und dann? Dann kam vom Lautsprecherwagen der Vorschlag: “Wir haben es uns anders überlegt. Wir gehen doch weiter. Was haltet ihr davon?” Ungefähr 30 Sekunden (nicht fünf oder zehn Minuten) später hieß es dann: “Wir glauben, ihr habt den Vorschlag angenommen. Wir gehen weiter!” Ein paar Hundert Meter später wurde die Demo an einer für Riots strategisch noch ungünstigeren Stelle dann aber doch aufgelöst, und es ist auch niemand großartig zu dem besagten Kessel, der zu diesem Zeitpunkt noch immer bestand, zurückgekehrt. Statt dessen wurde sich in der Innenstadt noch ein wenig lächerlich gemacht – das war’s. .

Deutschland ist Scheiße, und wir sind die Beweise? So, oder so ähnlich.

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From → Kritiken

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